Der Elefant im Meer

Die Stille auf dem Teller

Die Stille auf dem Teller 3/8

Tiere sind uns Menschen ähnlicher, als wir vermuten.
Sie fühlen, sie denken, sie lieben.

© Suug & Seha Yeo

Der Elefant im Meer

Hörtipp zu diesem Kapitel: Track 7 – Der Elefant im Meer

Ein Elefant, der noch nie Fische im Wasser als Freunde hatte, dieser junge Elefant, wurde plötzlich aus dem Leben gerissen.
Genau in diesem Moment sprang seine sich von der Welt verabschiedende und den Körper verlassende Seele einfach ins Meer.
Seither läuft der kleine Elefant im Meer herum.
Er versuchte doch nur, seinen Eltern zu folgen,
die von Menschen gejagt und verschleppt wurden.
Während das passierte, hatte er einen der Jäger angerempelt, der ihn daraufhin kurzerhand erschoss.
Diese kleine Geschichte erzählt, was dem kleinen Elefanten nach seinem Tode passierte.

Silbern glänzende Fische folgen dem Irgendetwas, auf und ab.
Der junge Elefant fächert mit seinen Ohren hin und her, als seien es breite Flossen.
Blubbernd steigen Blasen im Wasser auf.
Die silbern glänzenden Fische folgen dem Blubbern durchs Wasser.
Wie ein Wal hält der junge Elefant seinen langen Rüssel über die Wasseroberfläche, um ab und zu Atem zu holen.
In der Welt zuvor war er ängstlich, so hält er seinen Rüssel nur kurz an die Luft, um dann rasch tief unter Wasser zu verschwinden.

BLUBB BLUBB, BLUBB BLUBB ...
Das Geräusch aufquirlenden Wassers.
Verfolgt von den silbern glänzenden Fischen.
Durch die Nase Wasserblasen aufsteigen lassend, wie die aus dem Schnorchel eines Tauchers, als ob er läuft, schwimmt der kleine Elefant im Wasser.
Weiße Quallen ziehen vorbei, die das Flattern seiner Ohren nachmachen.
Der junge Elefant berauscht sich vergnügt an seinen Freunden unter Wasser.

In dieser Welt sind keine Schüsse oder Motorengeräusche zu hören.
Nur: BLUBB BLUBB, BLUBB BLUBB ...
Weder Mond noch Sonne sind zu sehen.
Um die Wellen herum verschmilzt zauberhaft das Licht, so findet er.
Es scheint, dass er hier eine Weile mit den Fischen verbringen wird und mit seinen Ohren schwimmt.
BLUBB BLUBB, BLUBB BLUBB ...

Hm, diese Welt ist sehr still.
PRUHST! Er pustet einmal durch seine Nase.
Wie wattebauschige Wolken schweben die blubbernden Wasserblasen nach oben.
Erschrocken schwimmen die Fische fort.
BLUBB BLUBB, BLUBB BLUBB ...

Von Ferne sind noch weitere wattebauschige Wolken aus schwebenden Wasserblasen zu sehen.
Der junge Elefant nähert sich diesen neugierig.
Die Wasserblasen werden von einem komischen zweibeinigen Fisch aus einer seltsam an der Seite seines Kopfes hervorstehenden langen Nase gepumpt.
Womöglich ist das auch ein Elefant, etwa nicht ...?
Doch es fehlen ihm die fächernden Ohren. So kann es wohl kein Elefant sein ... aber es ist auch kein Fisch.
Jedenfalls scheint dieser zweibeinige Fisch den jungen Elefanten nicht zu bemerken.
Dennoch scheint er die Wasserblasen sehen zu können.
PRUHST! In diesem Moment schwimmt er weg.
Der junge Elefant entschließt sich, ihm kurzerhand zu folgen.

Der zweibeinige Fisch ist nicht allein.
Auf ihn wartet ein weiterer zweibeiniger Fisch, der ihm prahlerisch seine gefangenen Fische präsentiert.
Ein hübscher regenbogenfarbiger Fisch kämpft zappelnd mit dem Netz.

In diesem Moment erinnert sich der junge Elefant an seine von Menschen gefangene Mutter.
Irgendeine Wut kocht in ihm hoch.
Die leidenden Gebärden des regenbogenfarbenen Fisches senden Wellen durch das Wasser, die sich mit einem Schlag dem jungen Elefanten nähern.
PRUHST!
Mit all seiner Kraft schreit der junge Elefant die beiden zweibeinigen Fische an.
Weg da!
Haut ab!
Wilde Wellen umschlingen die beiden zweibeinigen Fische und schleudern sie umher.
Im Getümmel entwischt der regenbogenfarbige Fisch durch das locker gewordene Netz. WUSCH!
Erschrocken winden sich die zweibeinigen Fische S-förmig wie wendige Schlangen hin zur Wasseroberfläche.
Danach sind sie nicht mehr zu sehen.

HUCH!
Voller Adrenalin zittert der junge Elefant am ganzen Körper.
Mit einem Mal fällt ihm auf:
WOW! Das war ja wirklich cool. Ist das ein Traum? Wenn das einer wäre, dann würde ich den gerne lange träumen ...
Funktioniert das auch auf der Erdoberfläche? Er wird neugierig.
Schau mal, das war doch ein guter Neuanfang.
Dem regenbogenfarbiger Fisch ruft er zu: “Viel Glück. Pass auf dich auf.”
WUSCH! WUSCH! Mit wedelnden Ohren durchschwimmt der junge Elefant das Meer.
Er pustet neue neugierige Wasserperlen: BLUBB BLUBB, BLUBB BLUBB.
So läuft er durch das Wasser, fliegt herum und schwimmt.
BLUBB BLUBB, BLUBB BLUBB,
BLUBB BLUBB, BLUBB BLUBB ...




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