The Code of Color

Text, Illustrationen und Musik: Suug

Was ist das für ein Code, der aus einer Raupe einen Schmetterling werden lässt?

Illustration: © Suug

1. Inception

Der Beginn

Zoom in ein kleines Universum

Die Schmetterlingseier sind oft unter den Blättern versteckt.
Dort, wo sie heimlich versammelt sind,
spielen sich mysteriöse Dinge ab.
Eine 2-dimensionale kreisförmige Zone entsteht,
darin sind sie fast symmetrisch angeordnet,
wie mit der Maschine genäht.
Es – ist – ein KLEINES UNIVERSUM!

"Genau hier, unter den grünen Blättern,
in dem Winkel zwischen den kleinen Ästen
kommt es an und beginnt zugleich,
das kleine Universum."
"The Code of Color" von Suug

Genau hier, unter den grünen Blättern,
in dem Winkel zwischen den kleinen Ästen
Kommt es an und beginnt zugleich,
das kleine Universum.
Wenn man ein solches Ei durch das Mikroskop betrachtet,
glaubt man, ein gerade gelandetes, ovalförmiges Raumschiff zu erkennen.
(So ungefähr kann man sich das Bild vorstellen)
Und das passiert:
Vergangenheit und Zukunft treffen zusammen,
die Identität dieses Wesens.
Ein bedeutungsvoller Moment unter den Blättern!
Plötzlich laufen viele philosophische Gedanken durch meinen Kopf,
oszillierend um die Fragen nach dem Leben,
woher es kommt und wohin es geht.
Hier passiert etwas sehr Ernstes;
wo unter der Hülle von geometrisch aufgestellten Gestalten
arabeskenartige Grafiken schweben, wird es sehr ernst!
Da ist, in feinen elektronischen Schwingungen, der DNA-Code verborgen.

Diese heimliche Welt,
die man nicht sieht unter den feinen Schwingungen,
könnte man „kleines Universum“ nennen.
Aber dieses Wort k-l-e-i-n reicht irgendwie nicht.
Etwas fehlt mir dabei.
Vielleicht nenne ich es schilllernd und wundervoll.
Das klingt schon viel besser...
Und dann versuche ich mit der Linse meiner Gedanken
noch näher
an dieses schillernde und wundervolle Universum heran zu zoomen:

Zoom in: zzz....

"Und dann versuche ich
mit der Linse meiner Gedanken
noch näher an dieses schillernde
und wundervolle Universum heran zu zoomen"
"The Code of Color" von Suug

In den vielen Zehn – nein Hunderten von arabesken Mustern
sind alle Geschichten verborgen.
prrrrprrrr!, toktoktok!... prrrrprrrr!, toktoktok!... prrrrprrrr!, toktoktok!...
Von der grünen Raupe bis zu den vielfarbigen Flügeln des Schmetterlings
sind hier die Zeit der Entfaltung und die Farben der Flügel
ohne den geringsten Fehler,
ganz exakt codiert:
schillernd und wundervoll.

Zoom in: zzz....

Diese Geschichte ist wie eine riesige Partitur,
der Code klingt ungefähr so:
kriechen, kriechen, leises Schaben,
Düfte riechen, im Regen stehen,
den Mond anschauen, die Sonne grüßen,
grün! grün! Blätter fressen, grün! grün! weiter fressen.
Eine Kokonhülle spinnen, schlafen,
Flügel weben und weiter Flügel weben....
prrrrprrrr!, toktoktok!....

Atemlos, ohne Pause klingt es wie mit dem Metronom getaktet,
geloopt! drrr, gespielt! srrr, gesampelt! zrrr!,
blau blau blauer Himmel, grün grün grüne Wiese,
prrrrrprrrr! toktoktok!...

Oder gold gold goldene Sonne,
rot rot dunkelrote Abenddämmerung,
prrrrprrrr!, toktoktok!....,
geloopt! drrr, gespielt! srrr, resampelt! zrrr!

Pssst! plötzlich stoppt alles...
und dann ertönt ein winziges Blinkzeichen „Plang!“,
wie „Ende!“
Hörst Du das auch?

Pssst! Stille....

Zoom in: zzz....

Wenn die Codierung stoppt,
fangen die Pünktchen, das sogenannte kleine Universum,
plötzlich an ganz leise zu atmen.
Jetzt ist es soweit: das Universum fällt auseinander.
Dies ist also der BE-GI-NN!
Guck!, viele Wesen trennen sich voneinander,
schillernd und wundervoll,
und laufen in alle Richtungen auseinander,
ganz frei!
Herden von Larven stimmen augenblicklich den Gesang der grünen Blätter an
oder stottern vor sich hin, als ob etwas auf den Blättern geschrieben stünde.
Und dann schlucken sie alles hinunter, mit dem ganzen Körper, wie es scheint,
und laufen weiter die grünen Blätter entlang, w-e-i-t-e-r und w-e-i-t-e-r!
Guck, das kleine Universum wird zu vielen Kreaturen,
die sich in die noch größere Welt hinaus zerstreuen.
Dieses kleine Universum!
Nein, dieses schillernde, wundervolle Universum!

Zoom out! Fine

Mimok – der Keimzellencodierer
Mimok – der Keimzellencodierer
Illustration: © Suug

2. Expansion

Ausdehnung

Auf dem Weg zum Grün – Welches Universum träumst Du?


Schmetterlinsfossilien stammen aus dem Paläozän, sind also etwa 56 Millionen Jahre alt
Quelle: Wikipedia

Vor Millionen von Jahren,
oder vielleicht sogar vor noch mehr Jahren
bewegt sich eine Raupe knackend und knuspernd fressend
langsam von Blatt zu Blatt vorwärts.
Eines Tages entdeckt sie verlockende Blätter
gegenüber, auf einem anderen Baum,
und sie riecht, dass es jenseits dieser Blätter
sogar noch mehr Bäume und auch Wiesen gibt.
Da flüstert sie es wie einen Zauberspruch vor sich hin:

"Vor Millionen von Jahren,
oder vielleicht sogar vor noch mehr Jahren
bewegt sich eine Raupe knackend und knuspernd fressend
langsam von Blatt zu Blatt vorwärts."
"The Code of Color" von Suug

"Ich brauche Flügel!
Flügel, die mich an den Düften entlang zu diesen Wiesen und Blumen tragen!"

Dann ist sie plötzlich hungrig
und kaut sich knuspernd und knackend zügig vorwärts,
schluckt knuspernd und knackend
mit zuckenden Bewegungen und in gleichmäßigem Tempo
all die saftigen Blätter auf ihrem Weg hinunter.
Ihr ganzer Körper ist mit Grün aufgetankt –
das war ein echter Gewaltmarsch.
Nun eine kleine Pause.
Stille... sie denkt nach:
"Ich muss neu geboren werden.
Als Raupe kann ich nicht da hinkommen, wo ich hin will.
Ich will wiedergeboren werden als ein geflügeltes Wesen!"

So denkt sie weiter
und schluckt die grünen Blätter noch eifriger und entschlossener hinunter.

Eines Tages, bevor sie stirbt, hinterlässt sie ein paar Pünktchen.
In diesen Pünktchen lebt ihr Wunsch weiter,
und irgendwann werden aus diesen Pünktchen wieder Raupen
und die hinterlassen wieder Pünktchen... wie ein Loop,
aber darunter passiert etwas Neues.
Und sie pflanzt nicht nur ein Pünktchen,
sie pflanzt viele Pünktchen,
sie pflanzt ein Universum.
Das wiederholt sich immer wieder,
und, tausend Male sterbend,
wird die Raupe eines Tages fliegen.
Hinaus auf die Felder,
nein, noch weiter,
bis zu den fernen Wäldern,
und sogar über den Horizont, da wo die Sonne schläft, hinaus...

Also weiter Grün tanken!

In meinem Kopf rattert ein Film, sehr schnell,
wie ein Stummfilm in doppelter Geschwindigkeit.
Es erscheint die Zeit vor 56 Millionen Jahren.
Ein Ei wird zur Raupe – leise Vibrationen trrrr,
dann wieder: ein Ei wird zur Raupe drrr, trrr, drrr....
Die grünen Blätter entfalten sich,
dann sind sie gefressen, verschwunden,
wachsen wieder, entfalten sich wieder...
und dann wird wieder ein Ei zur Raupe drrr, trrr, drrr...
Dieser Ablauf wird immer schneller, stapelt sich quasi.
Die Schleife wird immer voller,
bedeckt den Bildschirm allmählich ganz weiß.
Ab und zu taucht noch mal das Bild der zitternden, durchlöcherten Blätter auf,
wie ein zufälliges Blitzlicht.
Schließlich wird das Weiß vollkommen
und dann wird es schwarz –
„Cut!“ – fade out

Schon in dem ca. 56 Millionen Jahre alten Schmetterlingsfossil
war dieser Raupentraum wahr geworden.
Ich stelle mir vor, wie die Schmetterlinge zu der Zeit
miteinander in der Wiese tanzten und so ein Gespräch hatten:
"Bist Du von jenem Universum?
Welches Universum träumst Du?
Welches Universum möchtest Du gebären?..."

Ich bin so neugierig, ich möchte gerne lauschen.

Der kräftig fortschreitende Marsch der Raupen
erinnert an die Vibrationen der wunderbaren Codierung in den kleinen Punkten.
Unter diesen Schallschwingungen eilt der Film weiter,
um den endlosen Kreislauf fortzusetzen.

Leave – der Raupencodierer
Leave – der Raupencodierer
Illustration: © Suug

3. Cocooning

Geborgenheit und Sehnsucht

Auf den Flügeln der Schmetterlinge, die leichter sind als Luft,
scheinen Geborgenheit und Sehnsucht tief eingraviert zu sein

Die Raupe wird müde, sie will schlafen.
Da rollt sie sich zusammen zu einem dicker werdenden Körper
und so schläft sie ein.
Sie verwandelt sich in einen Kokon.

"Die Luft darum herum tanzt einen seltsam langsamen Tanz
auf dem schneller laufenden Tempo des Hintergrundes."
"The Code of Color" von Suug

"Was ist passiert? Bin ich in einem Traum?"
Die schwere Müdigkeit drückt sie nieder,
aber die Fragen hören nicht auf, obwohl sie schon eingeschlafen ist.
In ihrem Kokon fürchtet sie sich vor der Außenwelt,
sie träumt immer wieder, dass sie ins Nichts abstürzen würde.
Als ob sie geschleudert oder eingesaugt würde ins Chaos,
in eine bodenlose Welt,
der Wind rüttelt an dem Kokon,
als ob das Ende des Universums angebrochen wäre.

"Ich werde in dieser Ruhe Kraft sammeln,
so werden Stille und ein gelassenes Herz in mir wachsen können
für die baldige Entbindung."

Nach den paar Regentröpfchen, die den Kokon erschüttert haben,
beruhigt die Raupe, die bald ein Schmetterling sein wird, ihr ängstliches Herz.
Die Sonne scheint wieder und umhüllt sie warm.
Dieses Licht ist wie eine warmherzige Stimme,
die der Raupe etwas zuflüstert,
so dass sie ruhig wird in ihrem Kokon.
Der Kokon verändert sich.
Tiefschwarze Linien zeichnen ein Muster rund um den Kokon.

Plötzlich stelle ich es mir in Zeitlupe vor, wie eine überlappende Dia-Show.
Lang-sa-m, sehr lang-sa-m durchziehen mysteriöse Farben den Kokon,
wie elektromagnetische Wellen.
(Hintergrundmusik - Ein neuer Code beginnt:
wenn die Szenen wechseln, erklingen leise, tiefe Geräusche, srrr, srrr)
Der sich windende Körper kommt zur Ruhe,
lang-sam beginnt er zu er-sta-rren.
(Die Geräusche werden immer klarer und lauter: zmm – zmm)
Stop Motion! Wie ein eingefrorener Puls, Zmm!
(Hintergrundbild – manchmal weht ein Wind,
Ameisen kommen, kratzen ein bisschen und verschwinden wieder,
ab und an ein Tautropfen: tropp!
Diese Szene wiederholt sich im Hintergrund immer schneller, wie ein Loop.)

So bewegt sich die WELT,
nur der Kokon ist eingefroren, wie eine Skulptur.
Tiefe Klänge fließen dahin wie weiche elektronische Wellen mit feinen Vibrationen. Sie tragen die Sehnsucht nach dem nächsten Leben in sich.
Die Luft darum herum tanzt einen seltsam langsamen Tanz
auf dem schneller laufenden Tempo des Hintergrundes.
Fast wie ein Tanz in angehaltener Bewegung.
Die Welt tanzt so,
aber der Tanz der Luft ist eingefroren, wie eine Skulptur.

Während sich diese Szene vorwärts und rückwärts abspielt,
hin und her und immer weiter und immer schneller,
verschwindet meine Vorstellung allmählich aus dem Kopf.
Vielleicht ist es ein Ende, vielleicht ein Beginn?!
Jetzt lieber fade out!

Num – der Kokoncodierer
Num – der Kokoncodierer
Illustration: © Suug

4. Blue Head Trip

Geheimnis der himmelblauen Farbe

Die grüne Raupe träumte in ihrem Kokon.
Sie sah den blauen Himmel, wollte in den Himmel springen,
wurde ein blauer Schmetterling und tanzte mit dem Himmel.

So, swing swing! springt er in den Himmel.
Der Himmel ist wie ein Meer. Es wogt blau.

"Die Linien der dunkelblauen Schmetterlingssilhouette ertönen
in mikrominimalen Klängen wie eine mysteriöse Melodie."
"The Code of Color" von Suug

Die Linien der dunkelblauen Schmetterlingssilhouette ertönen
in mikrominimalen Klängen wie eine mysteriöse Melodie.
Im Licht der warmen Sonnenstrahlen werden diese Klänge,
die den Spuren der Silhouettenlinien folgen,
zu Mikro-Polyphonien.

Diese Linien, diese Tonfarben der Mikro-Polyphonien
wölben sich zu einem Bogen,
der den Schmetterling umhüllt
wie ein Kokon.

"So träumt sie...
Später dringt Dunkelheit in den Kokon ein
und die Klänge verflüchtigen sich
in den kühler werdenden Lüften."
"The Code of Color" von Suug

So träumt sie...
Später dringt Dunkelheit in den Kokon ein
und die Klänge verflüchtigen sich
in den kühler werdenden Lüften.

Kugu – der Farbcodierer
Kugu – der Farbcodierer
Illustration: © Suug

5. Coding Wings

Die Spiele der Farben

"Me-Ta-Mor-Pho-Se!
Ein Statement der Natur:
Brilliant! Großartig! Magisch!"
"The Code of Color" von Suug

Elektronische Wellen im Kokon,
sie scheinen von den Millionen DNA-Fäden zu stammen,
die sich komplex verwirren und verheddern
und ihre Wünsche ohne Ende weitercodieren.
Unzählbare DNA-Schwingungen vibrieren als Mikro-Polyphonien
und erfüllen den ganzen Kokon.
Die Raupe ist keine Raupe mehr.
Sie ist eine neue Kreatur geworden,
die in alle möglichen Arten von feinen Fasern eingerollt wird,
während ihre leisen Wellen nicht aufhören zu tönen.
Mit gleichmäßigen, mechanischen Geräuschen
wie in einer Seidenweberei
wird Faser um Faser der Stoff der Flügel gewebt.
Me-Ta-Mor-Pho-Se!
Ein Statement der Natur:
Brilliant! Großartig! Magisch!

Wohin? Warum?
Endlose Bewegung!
Stillstehende Zeit!
Spiel der Farben!

Solche Zaubersprüche spielen wie eine Kadenz mit subtilen, perkussiven Klängen
- Regengeräusche, Wassertropfenklänge -
über der Musik des Flügelwebens.

In den Himmel hinauf!
Über dem Berg!
In einem Flash!
Werde Himmel, werde Licht, werde Blumen!

Me-Ta-Mor-Pho-Se!
Die Raupe ist wie betäubt eingeschlafen
und wird von einem weichen Textilfaden umsponnen,
schließlich verschwindet sie spurlos in diesem Faden,
wie von Zauberhand ins Nichts gesogen.

"Blau, Blau, Violettblau, Himmelblau, Grünblau, Blätterblau,
Mondblau, Meerblau, Blaublau, trrr, trrr
Die Flügel tragen den Horizont und auch Regentröpfchen, Swing Swing!"
"The Code of Color" von Suug

Fade in srrrr! –
da, wo das Bild verschwunden war, taucht eine spiralkreisförmige Schleife auf,
die sich immer weiter dreht.
Daneben erscheint eine Sanduhr, in der der Sand unbemerkbar hinabfließt,
srrrr!
Alles war-tet!
Dann taucht eine kreisförmig wachsende Frequenzwelle auf,
wird herangezoomt,
setzt sich für eine kleine Weile fort.
Dabei fließen getippte Texte wie Untertitel über den Bildschirm:
‚Das fortdauernde Spiel der Farben ist jetzt der Höhepunkt
und die Schwingungen aus dem Kokon liefern eine starke Frequenz dazu!
Blau, Blau, Violettblau, Himmelblau, Grünblau, Blätterblau,
Mondblau, Meerblau, Blaublau, trrr, trrr
Die Flügel tragen den Horizont und auch Regentröpfchen, Swing Swing!’
Dann blinkt ein neuer Text:
‚Save! Save! The end of coding!’

Ein leises knuspriges Geräusch grrr!
Fade in –
es tauchen dü-ü-nne Fühler auf,
fadengleiche Hände,
Flügel wie Seide,
la-ng-sa-m.
Und der getippte Text fließt weiter:
Blau, Blau, Violettblau, Himmelblau, Grünblau, Blätterblau,
Mondblau, Meerblau, Blaublau, trrr, trrr
Die Flügel tragen den Horizont und auch Regentröpfchen, Swing Swing!
Trrrr, trrr, die Zeit ist bestellt!
Und dann wieder die blinkenden Texte:
‚Save! Save! The end of coding!’ ‚Save! Save! The end of coding!’ ‚Save! Save! The end of coding!’...
(die Texte verschwimmen)
Langsam fade out.

Als ob der Schwarz-Weiß-Film nach und nach farbig wird,
erscheinen immer deutlicher stark bunt werdende Bilder hinter meinen Augen.
Ich bin quasi im Photolabor und warte einfach, bis die Bilder auftauchen.
Meine Neugierde wächst
wie die allmählich sprossenden Schmetterlingsfühler im Kokon.

Young – der Flügelcodierer
Young – der Flügelcodierer
Illustration: © Suug

6. Planet of Scents

Planet der Düfte

"Süße Düfte! Lass uns doch den Düften folgen!’ (Es blinkt weiter).
Flatternde Geräusche frrr!
fade out!
Cut!"
"The Code of Color" von Suug

Texte laufen über den Bildschirm:

Dingdong! Abflug!

Die Wörter tauchen wie Fade-In eins nach dem anderen
auf dem leicht verschwommenen Bildschirm auf
und hören nicht auf zu blinken.
Als alle Wörter eingeblendet sind,
werden die Silhouettenlinien
in verschiedene Richtungen eingezeichnet,
im Zeitraffer, wie Spuren von Düften,
dabei verbinden sie die Wörter miteinander.

Süße Düfte
Blumen – Düfte – Schmetterling
Schmetterling – Blumen – Nektar
Nektar – Schmetterling – Himmel
Himmel – Sonne – Schmetterling
Süße Träume!

Dingdong! Wir wünschen Ihnen eine angenehme Reise!

Cut!

Dies ist die Route des Raumschiffs, in dem sich die Raupe an Bord befindet.
In dieser letzten Station wartet es auf einen Glücksplaneten!
Auf einem solchen Planeten gibt es auch Tiere, die laufen können.

Auf einem solchen Planeten
lebt angeblich jemand, mit dem man zusammen reisen kann.
Da wartet angeblich jemand darauf zusammen zu träumen.
Das möchte ich sehen. Möchte ganz nah herankommen.
Uuund........

Wieder laufen Texte über den Bildschirm:

Dingdong! (ist zu hören)

‚Süße Düfte! Lass uns doch den Düften folgen!’ (Es blinkt weiter).
Flatternde Geräusche frrr!
fade out!
Cut!

Sum – der Traumcodierer
Sum – der Traumcodierer
Illustration: © Suug

7. Time to Fly

Zeit zu fliegen!

Tiktaktiktak!

Plötzlich zählt die Zeit die Sekunden wie eine Maschine.
Jeden Augenblick zeichnen feine Risse Linien um den ganzen Kokon herum.
Immer mehr Linien, immer schneller gezeichnet, zrrr – zrrr – ,
sie bedecken den ganzen Kokon.
Tiktaktiktak! Stille... Tiktaktiktak! Stille...

Plötzlich ‚Tuk’!
Die Szenen werden wie Filmstills übereinandergeschichtet.
Der Kokon lässt die von seiner Schale abgebrochenen Stücke
eins nach dem anderen
hinunter in die Luft fallen.
In extremer Zeitlupe
fal-len sie he-run-ter!
Im Gegensatz dazu fliegt der Schmetterling
wie eine startende Rakete
hinauf in den Himmel.
Prrr!
Der Speicher seines Gedächtnisses verschwindet, delete!
In einem einzigen Augenblick! Prrr!
Der Schmetterling ist schon betrunken
von den Düften in der Luft,
die der Wind in einem einzigen Augenblick herbeigeweht hat.
Wie verrückt fliegt er an den Düften entlang,
schneller und schneller.
Und dann:
Es ist Jetzt!
Der blaue Schmetterling sitzt auf einer gelben Blume.

"Die Geheimnisse vom Code der Farben,
die Schwingungen tauchen in das Sonnenlicht ein.
Der Loop kreist weiter. Drrr,
der Film dreht sich weiter und weiter!
Ich mache meine Augen zu,
die sich wiederholende Schleife ist längst darin gespeichert
und läuft immer weiter."
"The Code of Color" von Suug

Immer wieder läuft der Film durch meinen Kopf,
von den Schalen bis zu dem Moment der gelben Blume.
Diese schönen Momente,
diese Augenblicke kommen immer wieder,
wie geloopt.
Drrr!, der Film dreht sich im Kreis,
weiter und weiter.
Und während die Schleife läuft,
verbinden hinter dieser Szene die blauen Linien der Flugsilhouette
die Berge und Felder in der Ferne miteinander
und verschwinden dann in dem Sonnenschein.
Freiheit der Entbindung,
der Anfang und das Ende!
Die flatternden Klänge der Schmetterlingsflügel
erinnern an die Schwingungen des schillernden Codes.
Der Loop kreist weiter. Drrr,
der Film dreht sich weiter und weiter!
Plötzlich, schillernd und wundervoll,
beginnt mein Puls mitzurennen.
Blaue Schmetterlingsflügel flattern in den Himmel!
Blaue Silhouettenlinien.
Die Geheimnisse vom Code der Farben,
die Schwingungen tauchen in das Sonnenlicht ein.
Der Loop kreist weiter. Drrr,
der Film dreht sich weiter und weiter!
Ich mache meine Augen zu,
die sich wiederholende Schleife ist längst darin gespeichert
und läuft immer weiter.
Die ersten feinen Flügelgeräusche
bedeuten immer das Ende einer jeden Schleife.
Meine Augen folgen dem Schmetterling in Gedanken weiter.
Drrr Swing! Drrr Swing! Drrr Swing!
Die Klänge und meine Gedanken laufen zusammen:
Ich sah ‚Drrr Swing!’
Da schon wieder, ‚Drrr Swing!’
Wo ist er hin? ‚Drrr Swing!’
Aber meine Augen, ‚Drrr Swing!’
werden ‚Drrr Swing!’
dem Schmetterling, ‚Drrr Swing!’
immer weiter ‚Drrr Swing!’
fo-l-g-en. ‚Drrr Swing!’
‚Drrr Swing!’ ‚Drrr Swing!’ Da!
‚Drrr Swing!’, ‚Drrr Swing!’, ‚Drrr Da! Swing!’. (leiser)
‚Drrr Swing!’, ‚Drrr Swing!’, ‚Drrr Swing!’ (noch leiser)

Lang-sam fade out..., in mei-nem Kopf

FINE

Syn – der Flugcodierer
Syn – der Flugcodierer
Illustration: © Suug

Jetzt erhältlich!

Die Musik zum Projekt

Tracks

  1. Inception
  2. Expansion
  3. Cocooning
  4. Blue Head Trip
  5. Coding Wings
  6. Planet of Scents
  7. Time to fly

Duration: 23:45 min
Catalogue No. SUUG0008

Birds Cover


Bandcamp CDbaby