3. Cocooning

The Code of Color

Cocooning

In die Flügel der Schmetterlinge, die leichter sind als Luft, scheinen Geborgenheit und Sehnsucht tief eingraviert zu sein.

Die Raupe ist müde, sie möchte schlafen.
So rollt sie sich zusammen zu einem pummeligen Körper und schläft ein.
Um sie herum bildet sich ein Kokon.

"Plötzlich: vor meinem inneren Auge
sehe ich wie in Zeitlupe sich überblendende Bilder einer Dia-Show.
La-n-g-sa-m, sehr la-n-g-sa-m durchziehen mysteriöse Farben den Kokon,
wie elektromagnetische Wellen. "
"The Code of Color" von Suug

„Was passiert da? Träume ich nur?“

Eine schwere Müdigkeit drückt sie nieder, doch die Fragen hören nicht auf, auch nicht, nachdem sie schon schläft.
Im Kokon alpträumt sie von der Welt da draußen. So träumt sie immer wieder, dass sie in ein Nichts fällt, irgendwie geschleudert, wie eingesaugt, rein in ein Chaos, in eine bodenlose Welt.
Draußen rüttelt der Wind am Kokon, als ob das Ende des Universums angebrochen sei.

„Ich werde gefasst bleiben, ich werde Kraft sammeln, ich lasse Stille in mir wachsen, so dass mein Herz Ruhe findet für meine baldige Neugeburt.“

Nach ein paar Regentröpfchen, die den Kokon erschüttern, beruhigt die Raupe ihr ängstliches Herz.
Bald wird sie ein Schmetterling sein.
Sonnenstrahlen brechen durch und Wärme umhüllt sie.
Das Licht flüstert der Raupe etwas zu, mit warmherziger Stimme, so dass sie sich noch mehr entspannen kann.
Etwas verändert sich: Tiefschwarze Linien zeichnen ein Muster rund um den Kokon.

Plötzlich: vor meinem inneren Auge sehe ich wie in Zeitlupe sich überblendende Bilder einer Dia-Show.
La-n-g-sa-m, sehr la-n-g-sa-m durchziehen mysteriöse Farben den Kokon, wie elektromagnetische Wellen.
Geräusche im Hintergrund:
Ein neuer Code erscheint im Bild und sobald die Szene wechselt, erklingen leise, tiefe Sounds, SRRR, SRRR.
Ein sich windender Körper kommt langsam zur Ruhe, und beginnt zu er-star-ren.
Die Geräusche im Hintergrund werden immer lauter und deutlicher:
ZRRR – ZRRR.
Alles in Zeitlupe!
Wie ein eingefrorener Pulsschlag, ZRRR!
Im Hintergrund:
Hin und wieder ein Windzug. Ameisen huschen vorbei, kratzen etwas am Kokon und verschwinden wieder.
Ab und an ein Tautropfen: TROPF!
Solche Szenen wiederholen sich immer schneller, in endloser Schleife.

Die Welt bewegt sich.
Nur der Kokon ist erstarrt, wie eine Skulptur. Tiefe Sounds wummern sanft vor sich hin, weiche elektromagnetische Wellen, die feine Vibrationen verursachen.
In sich tragen sie die Sehnsucht nach einem nächsten Leben.
Die Luft drum herum schwirrt.
Ein seltsam langsamer Tanz auf dem immer schneller werdenden Tempo der Szenen im Hintergrund.
Ein Tanz fast erstarrt.
So schwirrt die Welt, nur der Tanz der Skulptur ist wie erstarrt in der Luft.

Während sich diese Szene vorwärts und rückwärts abspielt, hin und her und immer weiter und immer schneller, verschwindet meine Vorstellung allmählich aus meinem Kopf.
Vielleicht ist es ein Ende, vielleicht ein Beginn?!
Doch dann auf einmal: FADE OUT!